Energie-Effizienz: Vom Rebound-Effekt zum Wettbewerbsvorteil

Der Rebound-Effekt bzw Jevons’ Paradoxon beschreibt die Auswirkungen einer Maßnahmen welche derselben entgegen wirkt: Unter Jevons‘ Paradoxon versteht man in der Ökonomie eine Beobachtung von William Stanley Jevons, der zufolge technologischer Fortschritt, der die effizientere Nutzung eines Rohstoffes erlaubt, letztlich zu einer erhöhten Nutzung dieses Rohstoffes führt, anstatt sie zu senken. In einem erweiterten Sinn wird heute von Rebound-Effekt gesprochen.

In verschiedenen wissenschaftlichen Publikationen geht man davon aus, dass beispielsweise Maßnahmen zur Energie-Effizienzsteigerung einen Rebound-Effekt von fast 50% haben. Das wäre eigentlich ein Argument gegen die EU Maßnahmen in diesem Bereich.

Aber nicht so schnell: Im Gegensatz zu Maßnahmen die auf eine Verteuerung von Energie abzielen (CO2 Steuer, Emissionshandelssystem – bzw. Cap and Trade), ist die Gefahr des Carbon-Leakage, die die Verlagerung emissionsintensiver Produktion ins Ausland, relativ gering.

Das Besondere daran ist, dass sich der Rebound-Effekt fast ausschließlich auf das Inland beschränkt. Und das ist nicht mal schlecht, denn es führt zu einer Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit.

Also nochmal kurz. Die Logik ist einfach. Die Standard-Energyleakage Argumentation betrifft Politikbereiche, in denen Unternehmen Energie zu reduzieren sollen (wie oben erwähnt). Jedoch tritt das Rebound-Phänomen nur bei Maßnahmen auf, welche auf die Förderung von Energiespartechnologien setzt. Wo also darauf abgezielt wird Energie Effizienz zu verbessern.

Insbesondere dann, wenn Energie-Effizienz Maßnahmen in allen Produktionssektoren getätigt werden, steigt die relative Wettbewerbsfähigkeit der energieintensiven waren im Inland. Dies bedeutet, dass in anderen Ländern die Produktion im allgemeinen weniger profitabel wird, und deshalb eher ab als zunehmen wird.

Am Ende des Tages bleiben ein Rebound-Effekt von fast 50% und eine wettbewerbsfähigere Produktion von Energie-intensiven Gütern.

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Ende dieses Monats beginnt eine der wichtigsten Konferenzen unserer Zeit. Sie wird auch entscheident darüber sein, welches Ausmaß Konflikte und Krisen in gefährdeten Regionen dieser Welt haben werden. Während die Europäische Politik Schlagwörter wie „Präventionslösungen“ oder „Lösen der Probleme vor Ort“ in den Raum stellen, um die Flüchtlingkrise in den Griff zu bekommen, haben sie bei der UN-Klimakonferenz in Paris die Möglichkeit dies zu tun.

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